Dämmung sorgt für Wärmeschutz. Gerade wenn Ihr Haus neu gestrichen oder der Putz erneuert werden muss, dann bietet sich eine zusätzliche Dämmung der Außenwand an. Auch wenn Sie Fenster erneuern möchten, sollten Sie unbedingt die Außenwände mit dämmen lassen. Denn mit ungedämmten Flächen gehen bis zu 30 Prozent der Heizenergie verloren. Auch hier gilt: Dämmen Sie so gut wie möglich. Die Dämmstärke kann 16 bis 20 Zentimeter oder auch mehr betragen. Der U-Wert liegt dann bei etwa 0,2 W/m²K und darunter. Zum Vergleich: Eine ungedämmte Außenwand hat einen Wärmedurchgangs-koeffizienten von 1,5 W/m²K. Welche Dämmung die geeignete ist, hängt von der vorhandenen Wandkonstruktion und von der Fassadengestaltung ab. Gängige Varianten einer Außenwanddämmung:


Wärmedämmverbundsystem
Wärmedämmverbundsystem : Bildquelle www.modernisierungsbuendnisse.de

Beim Wärmedämmverbundsystem (WDVS) handelt es sich um vorgefertigte Dämmkomponenten, die direkt auf die Außenwand aufgebracht und anschließend verputzt werden. Die Platten können Handwerker vollflächig verkleben oder mit Tellerdübeln verankern. Je nach System und Dämmstärke kommen beide Befestigungsvarianten zum Einsatz. Wichtig ist, dass die verwendeten Materialien genau aufeinander abstimmt sind. So müssen Sie etwa einen Kleber verwenden, der zum System passt. Ein Vorteil: Der Altputz kann, soweit er tragfähig ist, erhalten bleiben. Kosten:Die Kosten für ein Wärmedämmverbundsystem liegen bei etwa 160 bis 270 €* pro Quadratmeter.
*Preisspiegel 12/2022 cse

Hinweis:


Vorhangfassade
Vorhangfassade : Bildquelle www.modernisierungsbuendnisse.de

Die hinterlüftete Vorhangfassade bietet eine weitere Möglichkeit der nachträglichen Außenwanddämmung. Dabei bringen Handwerker zunächst eine Unterkonstruktion an der Mauer an. Den Dämmstoff verlegen sie dann lückenlos in die Zwischenräume. Der so genannte Vorhang wird im Abstand von etwa vier Zentimetern zur Dämmschicht angeordnet, um über diese Hinterlüftung eventuell entstehende Feuchtigkeit abzuführen. Vorhangfassaden lassen interessante Gestaltungsmöglichkeiten zu: Oft wollen Eigentümer Holz als Fassade nutzen. Es können aber auch andere Materialien zum Einsatz kommen. Vorhangfassaden sind in der Regel teurer und haben eine größere Tiefe als Wärmeverbundsysteme. Auch hinterlüftete Klinkerfassaden sind möglich. Kosten:Die Kosten sind stark abhängig von der gewählten Fassade. Sie betragen in der Regel 220 bis 350 €* pro Quadratmeter. *Preisspiegel 12/2022 cse

Hinweis:


Viele Tierarten wie Mauersegler, Haussperlinge oder Fledermäuse benötigen Gebäude als Niststätten. Durch Gebäudesanierungen können diese Quartiere zerstört werden. Bestände einiger Arten gehen daher zurück. Sie können sich für Nistplätze einsetzen, ohne dass der Bauablauf gestört wird. Wenden Sie sich für weitere Infos an die örtlichen Naturschutzverbände. Auch dessen Kosten können derzeitig mit gefördert werden.

Kerndämmung
Kerndämmung : Bildquelle www.modernisierungsbuendnisse.de

Ihre Außenwand besteht aus einem zweischaligen Mauerwerk mit Luftschicht, und Ihre Fassade soll nicht neu gestaltet werden? Dann bietet sich als kostengünstige Variante die Kerndämmung an. Hierbei schütten oder blasen Handwerker einer Fachfirma loses Dämmmaterial in den Hohlraum. Vor Beginn der Arbeiten müssen sie untersuchen, ob die Hohlschicht durchgängig erhalten ist. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie von einer Kerndämmung absehen, da Dämmlücken zu Bauschäden führen können. Auch wenn die Außenwand nicht mehr intakt ist oder aus einem dampfdichten Material wie Hartbrandklinker besteht, sollte diese Dämmvariante nicht durchgeführt werden. Durch den Hohlraum ist die Dicke des Dämmstoffes begrenzt. Typisch ist eine Schicht von sechs bis acht Zentimeter. Der U-Wert liegt dann bei etwa 0,4 bis 0,5 W/m²K. Kosten: Die Kosten einer Kerndämmung betragen etwa 60 bis 90 € pro Quadratmeter.

Innendämmung

Generell sollte versucht werden, ein Gebäude von außen zu dämmen. Dies ist in der Regel einfach zu realisieren. Wärmebrücken lassen sich ohne größeren Aufwand vermeiden oder in ihrem Einfluss erheblich verringern und die Baustelle bleibt außen vor der Wohnung. Allerdings gibt es Häuser, bei denen diese einfache Variante nicht möglich oder nicht gewünscht ist:


Außenbauteile haben unter anderem die Aufgabe, unsere Wohnräume vor Nässe und Kälte von außen zu schützen. Gleichzeitig muss die Feuchtigkeit aus dem Inneren des Gebäudes, die durch unsere Aktivitäten entsteht, schadensfrei nach außen transportiert werden. Dies gilt auch im Falle einer Außendämmung, bei einer Innendämmung hingegen bekommt dieser Aspekt ein größeres Gewicht. Ihr Energieberater sollte die Innendämmung Ihres Hauses so planen, dass eine dauerhafte Durchfeuchtung der Außenwände vermieden wird. Welche Konstruktion er dabei wählt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:


In Abhängigkeit von der Beantwortung dieser Fragen und den Ergebnissen einer Gesamtanalyse Ihres Hauses kann Ihr Energieberater eine Konstruktion wählen, die bauphysikalisch funktioniert. Welche Materialien zum Einsatz kommen, ob eine Konstruktion mit Dampfbremse/-sperre oder ohne gewählt wird, muss Ihr Energieberater nach den Erfordernissen vor Ort entscheiden. Denn Außenwand und Art der Innendämmung müssen zueinander „passen“. Dann können Sie sich langfristig an einer effektiven Wärmedämmung erfreuen, ohne Tauwasser- und Schimmelpilzschäden.

Kosten: Die Kosten für die Innendämmung liegen bei etwa 120 bis 180 €* pro Quadratmeter. *Preisspiegel 12/2022 cse

Details beachten!

Die Dämmung sollte Ihr Haus möglichst lückenlos umschließen. Die Übergänge zwischen unterschiedlichen Bauteilen erfordern daher besondere Sorgfalt. Gerade die Anschlüsse der Außenwanddämmung an das Dach, den Dachüberstand, an Fenster, Türen und andere Öffnungen stellen besonders im Altbau die ausführenden Betriebe vor Herausforderungen. Im Rahmen einer Abnahme dieser Bauleistungen sollten Sie darauf Ihre Aufmerksamkeit richten.

Im Bereich der Kellerdecke ist die Dämmung der Außenwand rund 50 cm über die Kellerdecke hinaus nach unten zu führen. Dadurch werden Wärmebrücken vermieden. Da sich dieser Bereich oft im Erdreich befindet, muss dort ein Feuchte beständiges Material verwendet werden, da Staunässe oder Spritzwasser Dämmung sowie Fassade beschädigen könnten.

Hinweis:

Quelle der Bilder und Texte: www.modernisierungsbuendnisse.de